Große Reise

Über 65 Stunden Busfahrt, 3 Wochen Reisen und unglaublich viele neue Eindrücke liegen hinter uns. 

Am 25. Dezember ging es Morgens um 6 Uhr los auf unsere große Tour. Unsere erstes  großes  Ziel war Dar es Salaam, doch um 32 Stunden mit dem Bus durchfahren zu vermeiden haben wir zwei kleinere Zwischenstopps eingelegt. Unserer erster Zwischenstopp war Singida, eine kleine Stadt in zentral Tansania. Auf den 14 1/2 Stunden Busfahrt dorthin ist mir vor allem der Landschaftswandel aufgefallen. Während in Bukoba durch die Nähe am See alles grün ist, wird es zunehmend trockener je weiter man in den Süden fährt. Die Laub und Tannenbäume werden durch mit Dornen besetzte Akatienbäume ersetzt und die grünen Hügel durch braune Savannen. In Singida kamen wir spät Abends an und haben uns direkt eine Unterkunft für die Nacht gesucht. Am nächsten Morgen haben wir uns den Singidani- See angeschaut. Uns wurde gesagt man kann dort Flamingos anschauen, gesehen haben wir aber keine. Es war aber trotzdem schön am Ufer zu relaxen und die Aussicht zu genießen. Gegen Mittag ging es weiter auf die 4 Stunden Busfahrt Richtung Dodoma, der Hauptstadt Tansanias. Dodoma ist nicht besonders groß und es gibt auch nicht wirklich etwas zu sehen, weshalb wir wieder nur eine Nacht hier verbrachten. Da zweiter Weihnachtsfeiertag war hatten sich viele Menschen auf einem Platz getroffen um zu feiern. 9 1/2 Stunden Busfahrt trennten uns am nächsten Morgen von der inoffiziellen Hauptstadt Tansanias, Dar es Salaam. Dar es Salaam hat eine unglaublich gute Infrastruktur mit guten Straßen, Gehwegen, und vielen Hochhäusern. 

Skyline von Dar es Salaam

Aber Dar es Salaam ist auch noch unglaublich im Wandel. Viele Baustellen und noch nicht fertiggestellte Hochhäuser säumen die Skyline. Aber so groß wie der Reichtum durch den Tourismus und die Anbindung an das Meer auch ist, genauso groß ist auch die Armut. Auf den Straßen sieht man viele Obdachlose und Straßenkindern. 

In Dar es Salaam haben wir drei Nächte Verbracht.Wir haben die Stadt erkundet, haben das gute europäische Essen genossen und die Aussichten von Rooftopbars genossen. Etwas anstrengend ist Dar es Salaam dann aber doch durch die vielen Menschen, die unglaubliche Größe und die unglaubliche Hitze, die einem Tagsüber zu schaffen macht und Nachts den Schlaf raubt. 

Am 30. Dezember ging es endlich los nach Sansibar. Um 9 Uhr Morgens haben wir die 2 Stündige Schnellfähre nach Sansibar Town genommen. Durch den Wellengang hat das Boot ziemlich gewackelt, die Fahrt wurde aber ohne Zwischenfälle überstanden. Von Stone Town sind wir dann nochmal in den Südwesten von Sansibar, nach Jambiani gefahren.

 In den Nächsten 7 Tagen haben wir am Strand gefaulenzt, das unglaublich schöne Wasser genossen und waren Tauchen. Der Tauchkurs bestand aus einer Übungsstunde in einem Hotelpool und einem Tauchgang bis zu 8m Tiefe. Wir haben ganz viel verschiedene bunte Fische gesehen und eine Vielzahl verschiedener Korallen. Aber erschreckender Weise auch eine Vielzahl toter, abgestorbener Korallen deren Lebensraum durch Erderwärmung und Ozeanverschmutzung immer mehr eingeschränkt wird. An einem Tag sind wir bei Ebbe für ungefähr eine dreiviertel Stunde raus aufs Meer gelaufen, auf eine kleine Sandinsel. So beschwerlich der Weg dort hin auch war (Seeigel) umso schöner war es dann dort. An unserer Lodge haben wir eine ausgewanderte Australierin kennen gelernt die sich ein Grundstück etwas im Landesinneren gekauft hat. Auf diesem Grundstück gibt es eine Höhle mit kleinem unterirdischen See. Die Attraktion „Kuza Kave“ ist offiziell noch nicht eröffnet doch wir haben trotzdem schon einen exklusiven Einblick bekommen. Unglaublich schön gelegen, in einem dichten Wald liegt die Höhle mit dem angenehmen, unglaublich klarem Wasser.

Silvester haben wir etwas nördlich in Paje gefeiert. Die Party war direkt am Strand mit ganz vielen Freiwilligen und Touristen. Am vorletzten Tag sind wir nach Stonetown gefahren und haben ein Gewürztour gemacht. Sie war wirklich sehr interessant, weil man verschiedenes ausprobieren durfte, Früchte Essen konnte und mal gesehen hat wie die Dinge wachsen, die wir in Deutschland im Supermarkt kaufen können. 

In Stone Town, der Altstadt von Sansibar Town hatten wir dann Zeit und die Stadt anzuschauen. Wir haben uns den alten Sklavenmarkt angeschaut, auf dem heute eine Kathedrale und ein Museum stehen, die als Gedenken an die schrecklichen Geschehnisse der Sklaverei erinnern. Aus ganz Afrika wurden Sklaven hier hin verschleppt und in die ganze Welt verschifft um als Sklaven zu arbeiten. 

Denkmal Sklavenmarkt

Sansibar ist eine wirkliche Trauminsel, mit seinen weißen Sandstränden und dem blau-grünen Wasser. 
Am 6. Januar hieß es aber wieder ab aufs Festland, dort haben wir noch einmal eine Nacht in Dar es Salaam verbracht und sind am nächsten Morgen mit dem Bus nach Tanga. Nach 7 Stunden sind wir dort ausgestiegen, zwei meiner Mitfreiwilligen wollten nach Kenia und haben die zwei Tage die wir nochmal an der Ostküste Tansanias verbracht haben in Mombasa verbracht. Von Tanga aus sind wir mit dem Taxi Richtung süden nach Peponi gefahren. Zwei Nächte haben wir dort in einem Zelt unter Palmen geschlafen. Der Campingplatz war wirklich traumhaft, mit dem Meer, einem Pool und tollen Sitzmöglichkeiten mit Aussicht auf den indischen Ozean.  

Am 9. Januar sind wir dann wieder mit dem Taxi nach Tanga und von dort aus in 8 Stunden mit dem Bus nach Arusha. Auf Höhe von Moshi hatten wir sogar kurzen Ausblick auf den Kilimandjaro, leider lag er in Wolken und wir haben nur eine kleine schneebedeckte Spitze gesehen. In Arusha sind wir zwei Häuser von unserem alten Haus, in dem meine Familie und ich von 2005 bis 2008 gelebt haben untergekommen. Es war toll wieder dort zu sein und zu sehen wie sich alles verändert hat.

Makumira University am Fuß des Mount Merus
Abends haben wir auch wieder unsere Mitbewohner getroffen, die aus Mombasa wieder zu uns gestoßen sind. Am nächsten Morgen habe ich unser Mietauto abgeholt, mit dem wir dann an einem Tag in Arusha unterwegs waren, meine alte Schule angeschaut haben und deutsches Eis essen waren. Am nächsten Morgen ging es los auf eine erste kleine Safari. Von Arusha aus sind wir zuerst für ca. 2 Stunden auf einer geteerten Straße Richtung westen und dann in dem Dorf Mto wa Mbu auf unbefestigter Straße Richtung norden gefahren. Unser Ziel hieß Lake Natron. Auf der 4 stündigen Fahrt auf der sehr staubigen, unbefestigten Straße haben wir schon viele Tiere, wie zB Zebras, Gnus Antilopen, Giraffen und Sträuß gesehen


 

Am Lake Natron haben wir wieder auf einem Campingplatz geschlafen. Da wir nur einen Nachmittag und einen Vormittag dort hatten sind wir fast direkt nach unserer Ankunft mit einem Guide los auf eine Wanderung durch eine Schlucht.

 Immer wieder musste man den Fluss durchqueren und teilweise sogar richtig Klettern. Das Ziel war dann ein wunderschöner Wasserfall, bei dem man in dem kalten Wasser baden konnte.

 Auf dem Rückweg sind wir zum Ufer des Lake Natron gefahren, das am Fuß des Oldoinyo Lengai, dem heiligen Berg der Maasai liegt.

Der heilige Berg der Masaai

 Dort haben wir Flamingos und die unglaubliche Landschaft bewundern können.

 Den nächsten Vormittag haben wir zum Ausschlafen genutzt bevor es wieder in 6 Stunden Autofahrt, auf der wir ein wenig Angst hatten, dass der Sprit nicht reicht, zurück nach Arusha ging. Dort haben wir das Auto abgegeben und uns eine Unterkunft gesucht. Von Arusha ging es weiter nach Mwanza (13 1/2 Stunden Busfahrt). Dort haben wir noch einmal 2 Nächte Verbracht, haben Pauls Freundin abgeholt, die dort gelandet ist und haben uns noch einmal die Bismarckrocks angeschaut. Sonntag morgens ging es dann auf mit dem letzten Bus in 9 Stunden nach Bukoba. Dort sind wir gegen 17 Uhr angekommen und waren wieder froh zuhause zu sein. 

Nicht wirklich erholt, aber mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen ging es am nächsten Tag gleich wieder an die Arbeit in unsere Schule. Wir haben die Kinder unheimlich vermisst und sie uns glaube ich auch.

Was ich als Fazit dieser Reise ziehen kann, ist dass Tansania ein unglaublich vielseitiges Land ist. Das meine ich Landschaftlich wie auch Kulturell. Vor allem aber ist mir aufgefallen, welch ein Unterschied es ist, hier als Freiwilliger zu leben und nicht nur als Tourist unterwegs zu sein. Man knüpft schnell Kontakte mit Einheimischen, so wurden wir zum Beispiel von einem Taxifahrer auf Sansibar zu sich nach Hause zum Reis mit Octopus essen eingeladen, haben Rabatte an Wegzöllen auf dem Weg zum Lake Natron bekommen und konnten unsere Unterkünfte herunterhandeln.

3 unglaublich schöne Wochen liegen hinter uns, die zwar anstrengend waren aber es trotzdem Wert waren. Das Ziel dieser Ferien war ja letzten Endes auch nicht einen erholsamen Urlaub zu haben sondern so viel von Tansania zu sehen wie möglich. Und das haben wir wirklich geschafft!

Mit lieben Grüßen,
Lukas 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s