Rubondo Island & Mwanza

Nach den ersten vier Arbeitswochen hatten wir schon unsere erste Woche Ferien. Doch am Freitag vor den Ferien gab es noch ein besonderes Ereignis für die Schüler. Die 7. Klasse hatte ihr Abschlussfest und feierten ihren bestandenen Abschluss. Für alle Schüler hieß das: Keine Schule, Programm und Essen. Ich und Valentin waren am Vormittag für die Unterhaltung der Schüler in Form von kleinen Spielen verantwortlich. Wir bauten vier verschiedene Stationen auf, an denen die Schüler Tauziehen, Eierlaufen, Sackhüpfen und Ringe auf Stecken werfen mussten. Den Abschluss des Sportvormittags bildete ein Fußballspiel der Klassen 5-7. Ab 12:00 gab es dann verschiedene Reden, Geschenkübergabe an die 7. Klasse und Musik im festlich dekorierten Speisesaal. Nach einer kleinen Umbaupause gab es dann um 14:00 Essen. Die Schüler freuten sich vor allem über das Fleisch, das es nur zu besonderen Anlässen gibt.

 

Samstags haben wir uns dann nach Rubondo Island aufgemacht. Rubondo ist die zweitgrößte Insel im Lake Victoria und seit 1977 ein Nationalpark. Das besondere an ihr ist, dass Elefanten und Giraffen dort hin geflogen wurden und sich seitdem dort vermehren und leben. Wir starteten von Bukoba aus um 6 Uhr morgens und fuhren ca. 3 Stunden mit dem Bus in ein kleines Dorf im Süd-Westen des Viktoriasees. Dort wurden wir von einem Motorboot abgeholt und auf die Insel gebracht. Nachdem wir mit dem Boot auf Rubondo angelegt haben mussten wir noch ca. 10 min mit dem Auto durch den Nationalpark zu unseren Bandas fahren. Schon nach der ersten Kurve hatten wir 2 Nilpferde und ein Krokodil gesehen.

Unsere Bandas waren unglaublich schön gelegen. Sie liegen ungefähr 20 Meter vom Strand entfernt und ringsherum ist der Nationalpark mit dichtem Wald. Überall um die Häuser herum sind Affen herumgesprungen, Warane im Gebüsch herumgekrochen und sogar Citatungas (Gazellen, die es nur auf Rubondo Island gibt) trauten sich ganz nah an die Häuser. Das Highlight war auf jeden Fall ein Babykrokodil, dass am Strand lag, jedoch schnell in Wasser geflüchtet ist als wir etwas näher kamen. Am Nachmittag haben wir dann einen 4-stündigen Gamedrive gemacht. Die Größe des Nationalparks hatte ich vorher sehr unterschätzt, denn in der Zeit haben wir nur kleine Teile der Insel sehen können. Leider kamen uns weder Elefanten noch Giraffen zu Gesicht (aber auch das gehört zu Safaris dazu). Dafür haben wir Nilpferde, jede Menge Buschantilopen und Krokodile gesehen.


Am nächsten Tag ging es früh raus, denn wir wollten noch eine Walkingsafari machen. Auch hier haben wir eher weniger Tiere gesehen, dafür konnten wir aber die unglaubliche Natur bewundern. Von verschiedenen Plattformen aus hatte man einen sehr schönen Blick auf den See und den restlichen Nationalpark. Unser Guide hat uns auch an die Heiligenstellen der ehemaligen Einheimischen geführt und uns deren Vergangenheit erklärt. Am Abend haben wir von Australiern, die extra zum Fischen nach Rubondo gekommen waren einen ziemlich großen Nilbarsch geschenkt bekommen, der sogar mir als „nicht-Fisch-Esser“ sehr gut geschmeckt hat.

Montags ging es für uns dann wieder mit dem Motorboot auf das Festland. Wir wollten weiter in den Süden des Lake Victorias. Unser Ziel war Mwanza, eine Großstadt, im Süden des Lake Victorias. Da wir vergessen hatten uns Bustickets für einen großen Überlandbus zu kaufen mussten wir zuerst zwei Stunden mit einem Dalla-Dalla fahren, dann noch einmal ca. 3 Stunden mit einem etwas größeren Bus und schließlich sogar eine Fähre nehmen. In Mwanza haben wir uns die Weltberühmten Bismarck Rocks angeschaut, sind auf einen großen Hügel hinaufgeklettert, von dem man eine unglaubliche Aussicht über die Stadt und den See hatte und waren in einem großen Einkaufscenter einkaufen. Man merkt, dass Mwanza eine Großstadt ist. Die Infrastruktur ist besser, es gibt mehrstöckige Häuser und sehr edle Hotels. Aber gleichzeitig ist sie auch viel lauter, voller und wärmer als Bukoba. Nach zwei Tagen Mwanza haben wir uns am Mittwoch (diesmal mit einem großen Überlandbus) auf die Heimreise gemacht. Für die Knapp 450km von Mwanza nach Bukoba haben wir 10 Stunden gebraucht und waren dementsprechend erschöpft, aber auch froh wieder im vertrauten Bukoba zu sein. In den restlichen 4 Ferientagen waren wir Nachmittags an der Schule um mit den Kindern zu spielen und haben verschiedenes erledigt.


Heute ist die Schule wieder losgegangen und unser Alltag hat sich soweit wieder normalisiert, obwohl man trotzdem dauernd neue Dinge erlebt.

Bis zum nächsten Mal,

Lukas

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